Ein Trauma ist eine psychische Erschütterung, die noch lange (im Unterbewusstsein) wirksam sein kann.
Durch traumatische Erfahrungen fühlen wir uns hilflos und ohnmächtig.

Jedoch nicht jedes traumatische Ereignis muss eine psychische Störung auslösen. Bei einer Vielzahl der Betroffenen kommt es zu einer Stabilisierung aus den eigenen Selbstheilungskräften heraus. 

Es gibt einige Faktoren die an dieser Stelle einen wesentlichen Einfluss haben:
– die Schwere des auslösenden Ereignisses. 
– die erlebte eigene Hilflosigkeit. 
– wie wir in unser soziales Umfeld eingebunden sind.

Welche medizinischen Diagnosen gibt es?

In der Medizin werden bestimmte „Diagnosen“ unterschieden.

Man spricht von Belastungs- und Anpassungsstörungen

Das sind psychische Reaktionen, die eindeutig und als direkte Folge auf ein außergewöhnlich belastendes Lebensereignis zurückzuführen ist.

Sie unterscheiden sich hinsichtlich der Schwere des auslösenden Ereignisses, der Schwere der Symptomatik und des Zeitpunkts des Auftretens.

Was ist der Unterschied zwischen…

einer akuten Belastungsreaktion:

Es ist das, was oft als der typische „Nervenzusammenbruch“ bezeichnet wird. Diese Reaktion tritt in der Regel sofort nach dem Ereignis auf und dauert nur einige Stunden bis maximal drei Tage. Betroffene erleben häufig stärkste Angstgefühle und auch ein Gefühl von Schock und Betäubung. Begleitet von körperlichen Reaktionen.

einer Anpassungsstörung:

Ist die Reaktion auf ein einschneidendes psychosoziales Ereignis. Also Ereignisse, die jeder von uns erfahren kann, wie eine Trennung, Arbeitsplatzverlust, Hochzeit, Hausbau, Geburt von Kindern… die uns jedoch unterschiedlich stark belasten können. 

Die Anpassungsstörung zeigt sich häufig in depressiver Stimmung, Angst und Besorgnis. Betroffene haben häufig das Gefühl, ihre alltäglichen Dinge nicht mehr bewältigen zu können. 

Die ersten Symptome zeigen sich meist innerhalb des ersten Monats nach dem Ereignis oder der eingetretenen Veränderung. 

Jugendliche Betroffene können mitunter auch ein aggressives oder dissoziales Verhalten zeigen. Bei Kindern können regressive Zeichen, wie Bettnässen, Daumenlutschen oder Babysprache auftreten.

einer posttraumatischen Belastungsstörung:

hier handelt es sich um eine verzögerte Reaktion mit Angstzuständen auf schwer belastende Ereignisse. Typisch ist das wiederholte Erleben des Traumas in sich aufdrängenden Bildern oder auch Albträumen. Betroffene meiden oft Reize und Orte, die mit dem Ereignis zusammenhängen, um nicht mit der dort ausgelösten Angst konfrontiert zu werden. Es kommt zu einem emotionalen und sozialem Rückzug und häufig besteht eine nervliche Übererregtheit. 

Bei einigen Betroffenen gehen diese Symptome nach einigen Monaten von alleine zurück. Sie können jedoch auch einen chronischen Verlauf nehmen oder sogar in eine andauernde Persönlichkeitsveränderung übergehen.

Grob kann man sagen, dass die Symptomatik umso ausgeprägter ist 
… je größer die eigene Gefährdung und Betroffenheit war. 
… je mehr Todesgefahr oder Verletzung direkt erlebt wurde. 
… je länger das traumatische Geschehen andauerte. 

Was ebenfalls einen großen Einfluss hat, ist ob es sich um ein Geschehen handelt, dass einem von einem anderen Menschen zugefügt wurde. Hier spricht man von einem „Man-made-Traumata“.

Naturkatastrophen, wie zum Beispiel Erdbeben, sind auch schrecklich. Dennoch fällt es Betroffenen oft leichter damit fertig zu werden, weil man sich nicht persönlich verraten und geschädigt fühlt.

Hinweise auf Trauma

Vielleicht fragst Du Dich, ob Du traumatisiert bist. Es gibt bestimmte Anzeichen für eine traumatische Belastung oder traumatischen Stress. Wenn Du Dich selbst beobachtest, kannst Du schon einiges an Klarheit gewinnen.

  • Fühlst Du Dich permanent angespannt und hast das Gefühl gar nicht richtig zur Ruhe zu kommen?
  • Hast Du das Gefühl, dass Du immer alles unter Kontrolle haben möchtest?
  • Bist Du unsicher, ängstlich, wütend oder tendierst Du sogar dazu aggressiv zu werden, wenn Du über Dinge und Abläufe nicht bescheid weißt?
  • Weichst Du Begegnungen mit Menschen eher aus und würdest Dich eher als kontaktscheu bezeichnen?
  • Hast Du das Gefühl, dass die Angst Dein ständiger Begleiter ist, ohne dass Du eine Erklärung dafür hast?

Kommt Dir davon etwas bekannt vor? Diese Dinge sind natürlich noch keine sicheren Zeichen für eine traumatische Belastung, können aber durchaus darauf hinweisen. Vielleicht macht es Sinn einmal mit jemand darüber zu sprechen. 

Wenn Du mit mit mir sprechen möchtest, schicke mir eine Nachricht mit Deinen Kontaktdaten und zu welchen Zeiten ich mich bei Dir melden kann. Denn ich möchte mir gerne Zeit nehmen für ein Gespräch mit Dir.